Aassüchtigkeit vorrangig Mangelerscheinung beim Tier

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Nicht nur das Vergraben, sondern auch die Vorliebe zu stickiges und leicht angegangenes Fleisch liegt in der Natur des Hundes. Hierbei handelt es sich um eine Instinkthandlung aus Urzeiten wo Hunde noch im Rudel auf die Jagd gingen. Jedes Rudelmitglied zog sich mit dem größt möglichen Anteil der von der Jagd mitgebrachten Beute in sein Revier zurück.

Was nicht sofort verschlungen werden konnte, wurde eben verscharrt für „schlechte Zeiten“ und vor allem um den Mitgliedern des Rudels nichts abgeben zu müssen. Die für uns Menschen unappetitliche Gier nach Aas trift in der Regel nicht nur auf Unverständnis, sondern auch auf Angst:

"Obwohl mein Hund regelmäßig mit den besten Happen gefüttert wird, frisst er ständig aus unserem Mülleimer faulige Reste, Fleisch was irgentwo schon seit Tagen auf der Strasse rumliegt, Ausscheidungen von Menschen und Tieren oder sogar Pferdemist."

So und so ähnlich klingen in den meisten Fällen die Ausführungen der betroffenen Hundehalter. Dabei liegt der Gier nach Aas eine biochemische Ursache zu Grunde. Der Hund versucht mit seinen Urinstinkten lediglich eine Ernährungslücke zu schliessen die durch eine einseitige Ernährung hergestellt wurde. Hier wäre es erziehungstechnisch falsch, den Hund für sein absonderlichen Geschmack und seinem Drang nach Gesundheit zu bestrafen. Viel lieber sollte sich der Hundebesitzer mit der Frage nach „Wie kann ich dem Hund helfen?“ auseinandersetzen.

Zumeist wird der Aasfrass bei Jungtieren bemerkt. Da der Welpe zumeist, wenn er dieser Angewohnheit nachgeht, an Mineraltoffmangel leidet, auf der Suche nach verwertbaren Stoffen ist, dabei geht es um niedere Eiweißbindungen welche der Abstumpfung der im Körper des Hundes entstandenen Säuren dient, reizen Ihn insbesondere ammoniakhaltige Substanzen.

Der Hundehalter kann diesen Erscheinungen durch das beireichen von Mineralstoffpräparaten in Verbindung mit Abwechslungsreicher Kost entgegenwirken. Zusätze wie zum Beispiel Kobalt, Mangan, Kobalt, Eisen und Kupfer oder Spurenelemente helfen bei dem Ausgleich der aufgetretenen Mangelerscheinungen. Selbst Hufhorn ist in der Regel, wenn es in Massen verabreicht wird, unbedenklich und sogar hilfreich bei der Abgewöhnung dieser Unart. So kann mann auf seinem nächsten Spaziergang mit seinem Hund ruhig bei einer Schmiede oder einem Reiterhof vorbeischauen. Wichtig ist nur das dem Hund nichts aufgezwungen wird und er selbst entscheiden kann, ob es seinen Bedürfnissen entspricht.

Nebenbei sollte rohes Fleisch, welches nicht unbedingt vom Tag der Schlachtung sein muss, gereicht werden. Allerdings sollte das Wissen um diese Krankheit den Hundehalter nicht verleiten, dem Hund jedes für den Menschengeschmack verdorbenedes Fleisch, zu reichen, um den Drang des Hundes nach Aas zu stillen.

Besondere Vorsicht sollte der Hundehalter gegenüber Fleisch aus Verwertungsanstalten walten lassen. Tierkörperbeseitigungsanlagen, -einrichtungen (Abdeckereien) verwerten nicht nur gesunde Tiere! Dieses Fleisch darf niemals roh verfüttert werden, sondern erst nach kräftigem längerem durchbraten oder Kochen, denn nur so kann einer Fleischvergiftung entgangen werden.

Absolut und unmissverständlich Tabu dagegen sind verdorbene Konserven oder bereits aufgegangene Einweckgläser, da die darin enthaltenen Bakterien für den Hund ebenso gefährlich sind wie für den Menschen.

Als Grundsatz soll hier gelten, dass es nicht immer nur die teuren Häppchen sein müssen, sondern vielmehr die Vielfältigkeit der Ernährung dem Hund helfen sein funktionales gesundes Gleichgewicht zu halten. Bei der Zugabe von weiteren Substanzen muss der Hundefreund bei der Fütterung seines Vierbeiners immer auf den Einklang mit der in der Hauptnahrung bereits enthaltenen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen achten und hier ein ausgewogenes Gleichgewicht schaffen. So kann dem Hund der Drang nach Aas abgewöhnt und das Wohlbefinden wiederhergestellt werden.